· 

Ostern unverpackt

Ein Beitrag von Andrea Kusel

 

Die Vögel zwitschern, das Gras sprießt und der gärtnernde Nachbar hat den ersten kleinen Sonnenbrand auf der Nase. Es frühlingt – darüber kann jetzt auch ein letzter Kälteeinbruch nicht mehr hinwegtäuschen. Viel länger als das Frühjahr kündigte sich aber schon das dazugehörige Osterfest an: Mit knallbunt schillernden Schokoeiern in den Gängen der Supermärkte.

 

Glücklicherweise kann man die Frühlingsfeiertage auch ohne bedruckte Alufolie begehen. Wir haben für euch ein paar Tipps dazu zusammengetragen:

 

Das Osterfrühstück

 

Vom Prinzip her unterscheidet sich ein unverpackter Einkauf für ein Feiertagsmahl nicht von einem alltäglichen. Hinweise dazu findet ihr in unserem Februar-Eintrag. Daher an dieser Stelle nur zwei kleine Tipps für das Osterfrühstück:

  1. Bedenke: Die Kapazität menschlicher Mägen ist begrenzt. Wir müssen – auch an Feiertagen – unsere Lieben nicht mit der schieren Masse an Leckereien beeindrucken, die wir auftischen können. Der Umwelt ist kein Stück geholfen, wenn die mühselig herangeschafften Speisen hinterher zur Hälfte im Kühlschrank verderben. Obendrein sind die Vorbereitungen weniger stressig, wenn man maßvoll auffährt.
  2. Viel nachhaltiger punktet man doch mit einer besonderen Leckerei, die im Fokus steht, allen prima schmeckt und obendrein schön satt macht. Ein Top-Kandidat dafür ist der Hefezopf aus unserem Rezept des Monats. Er kann sowohl klassisch als auch vegan zubereitet werden und macht geschmacklich wie optisch ordentlich was her. Mit ihm und ein paar leckeren Ergänzungen – wie Marmelade und vielleicht gekochten Eiern – werden sicherlich alle satt und zufrieden.

Die Ostereiersuche

 

Ein zweiter beliebter Programmpunkt in den meisten Familien ist die Ostereiersuche. Hier lässt sich besonders viel Verpackungsmüll sparen, indem man unverpackte Naschereien in Behältern verschenkt, die alljährlich wiederverwendet werden können. Sogenannte Fülleier und Osternester eignen sich besonders gut. Fülleier sind eiförmige Schachteln bzw. Dosen aus fester Pappe oder Blech. Sie sind im Handel nicht ganz so leicht zu finden, dafür aber sehr haltbar und prädestiniert für den Second-Hand-Kauf. Osternester aus Korbgeflecht sind bekannter und leichter zu bekommen. Man kann aber auch festere Papiertüten oder Pappkartons entsprechend aufhübschen und umfunktionieren. Auch aus Stoff lassen sich ansehnliche Nester oder Geschenkbeutel nähen, die man prima verstecken kann.

 

Das bunte Papier-Ostergras, das zur Polsterung der Osternester in Plastiktüten verkauft wird, kann man prima durch Naturmaterialien ersetzen. Es eignen sich Moos, Stroh, Holzwolle, geschreddertes Altpapier oder was euch noch so einfällt. Holzwolle können wir bei Stückgut manchmal abgeben, weil einer unserer Lieferanten sie für die Ware verwendet. Fragt uns gerne danach! Wenn ihr bereits buntes, gekauftes Papiergras in euren Nestern habt, könnt ihr es aber auch einfach zusammen mit den Nestern aufheben, alljährlich mit den Fingern auflockern und immer wiederverwenden. So werden die Osterutensilien mit der Zeit zu alten Bekannten, die man mit Freude einmal im Jahr wiedersieht.

 

Und was legt man nun in die gepolsterten Behälter, wenn es keine in Folie gewickelten Schokoeier sein sollen? – Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Geschmäcker. Das können unverpackt in einer Chocolaterie gekaufte Pralinen sein oder auch unsere (nackten) Stückgut-Schokoladenhäschen. Es soll aber auch viel Spaß machen, Pralinen selber zu machen. Vielleicht ist der Kauf einer Pralinenform mit passenden Motiven ja der Beginn eurer wunderbaren neuen Ostertradition! Auch andere Süßigkeiten machen im Osternest eine gute Figur: Weingummis, schokolierte Früchte, Energy-Balls, Kekse … oder wie wäre es mit Schokolinsen?

 

Die Osterdeko

 

Das Internet ist voll von tollen Ideen, wie man zu Ostern ressourcenschonend dekorieren kann. – Auch und gerade mit Kindern. Da wäre natürlich die klassische Malerei auf dem Hühnerei. Nicht nur Veganer dürften sich aber über diese Variante freuen: Bemalte Steine. Sie sind ähnlich hübsch wie die traditionellen bunten Eier, aber deutlich robuster.

 

Wenn es dennoch auch Eier geben soll, kann man diese prima mit Naturmaterialien einfärben. Eine Anleitung dazu findet ihr in unserem aktuellen Newsletter. Die passenden Eierbecher dazu kann man aus Pappe basteln.

 

Selbst wenn man keine Ostereier hineinhängt, holt man sich mit einem Strauß blühender Zweige den Frühling in die Wohnung. Ein ganz alter Brauch ist auch das Säen von richtigem Ostergras, also Gersten- oder Weizensaat, in einer Schale auf der Fensterbank. Wenn es in der Schale dann schön grün sprießt, kann man doch auch dort ein paar von den selbstgemachten Pralinen verstecken.

 

Und nun mal ganz ehrlich: Wer braucht da noch langweilige bunte Plastikeier?