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Low-Waste-Fortbewegung: Fahrrad fahren

Ein Beitrag von Andrea Kusel

Wir bei Stückgut suchen immer nach möglichst umwelt- und menschenfreundlichen Lösungen. Das gilt nicht nur für die Auswahl unserer Produkte und Lieferanten, sondern ist uns auch im sonstigen Leben ein Anliegen. Liefe es ganz nach unserer Nase, kämen wahrscheinlich all unsere Waren mit dem Lastenfahrrad zu uns, wie es zumindest beim Kaffee schon der Fall ist. Auch die Logistik zwischen den beiden Stückgut-Läden händeln wir übrigens, wenn irgend möglich, mit dem Fahrrad. Wir sind große Fans dieses Verkehrsmittels.

Das Fahrrad vereint schließlich so einige Vorteile: Es hält fit, macht Spaß und ist kostengünstig. Wer Rad fährt, ist außerdem unabhängig von Tankstellen und Fahrplänen, kann aber, wenn nötig, auf andere Verkehrsmittel zurückgreifen und seinen Drahtesel einfach darin mitnehmen. Durch die körperliche Betätigung und die moderate Geschwindigkeit wirkt diese Art der Fortbewegung entspannend. So lange nichts klappert, ist ein Fahrrad außerdem relativ leise. Es stört also andere Menschen und Tiere weniger als ein Auto und ist bei einem Unfall gleichzeitig weniger gefährlich. Der Vorteil für die Umwelt ist so offensichtlich, dass ich ihn hier nur der Vollständigkeit halber erwähne: Zwar atmen wir Menschen immer – auch beim Fahrradfahren – CO2 aus und auch Fahrräder verursachen durch den Reifen- und Bremsabrieb sicherlich Feinstaub, doch diese Effekte dürften im Vergleich zu den größeren und schwereren motorisierten Alternativen gering ausfallen.

Wir hätten also alle etwas davon, würden wir das Fahrrad in unserem Straßenverkehr stärker betonen. Dafür wird auch vielerorts schon einiges getan. Die Niederlande sind für ihre guten Radwege inklusive separater Fahrradkreisverkehre berühmt. Kopenhagen fährt seit den 70er-Jahren eine so erfolgreiche fahrradfreundliche Strategie, dass der Begriff „Kopenhagenisierung“ im Englischen bereits synonym für eine systematische Förderung des Radverkehrs verwendet wird. Auch innerhalb Deutschlands gibt es Vorbilder: Durch das gesamte Ruhrgebiet soll sich in Zukunft der Radschnellweg Ruhr ziehen. Von den geplanten 101 Kilometern Länge können bereits die sechs von Essen bis Mülheim befahren werden.

Die frisch sanierte Oströhre des Alten Elbtunnels – noch ohne Fahrräder
Jetzt auch wieder mit mehr Fahrrädern: die sanierte Oströhre des Alten Elbtunnels

Ganz untätig ist indes auch unsere Hansestadt nicht. Zwar rutschte sie 2019 auf den letzten Platz des Copenhagenize Index, doch immerhin gehört sie damit noch zu den 20 fahrradfreundlichsten großen Großstädten der Welt. Besondere Aufmerksamkeit erregten in diesem Jahr aber Maßnahmen, die eher indirekt das Rad fahren fördern, indem sie den Autoverkehr einschränken. So wurden in Ottensen und am Rathaus zwei Bereiche vorübergehend für den motorisierten Verkehr gesperrt. Das Experiment „Altstadt für alle“ am Rathaus endet in diesen Tagen – wie es aussieht, sehr erfolgreich. Das Projekt „Ottensen macht Platz“ dagegen läuft noch bis Ende Februar 2020. Seit dem 3. Juni dieses Jahres ist auch der Alte Elbtunnel bis auf Weiteres autofrei, sodass Radler nun wieder in beiden Richtungen durch die einzelne freie Röhre fahren können. Die derzeit autofreien Bereiche Altstadt, Ottensen und Alter Elbtunnel haben allerdings gemein, dass Fahrradfahrer sich dort dem Fußgängerverkehr unterordnen und langsam fahren müssen. Vielleicht finden sich hier in Zukunft noch gerechtere Lösungen.

Wir bei Stückgut in Ottensen kämpfen derzeit unseren eigenen kleinen Kampf für die Förderung des Radverkehrs. Die berührungsempfindliche und denkmalgeschützte Hauswand unseres Ladens sowie das Behindertenparkplatz-Schild beim Eingang sind als Fahrradstellplätze leider nicht geeignet. Daher wünschen wir uns die Umwandlung zweier Autoparkplätze in Fahrradparkplätze. Wo bisher nur zwei fahrbare Untersätze stehen dürfen, könnten – so hoffen wir – künftig viele Drahtesel Platz finden. Wer gerne mit dem Rad bei uns vorfährt oder anderen diese Freude gönnt, vergesse also nicht, sich auf der ausliegenden Unterschriftenliste einzutragen. Wir werden hier im Blog über den Ausgang dieser Aktion berichten.