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Was tun Großhändler gegen Verpackungsmüllberge?

Ein Beitrag von Andrea Kusel

Wie wir bei Stückgut darauf achten, in der gesamten Lieferkette den anfallenden Verpackungsmüll gering zu halten, haben wir in einem früheren Blogpost bereits dargelegt. Aber was tun eigentlich die Großhändler gegen Müllberge, außer dass sie Unverpackt-Läden wie uns mit Großgebinden beliefern? Dass auch sie dieses wichtige Thema auf dem Schirm haben, veranschaulichen die drei Beispiele Bohlsener Mühle, Kornkraft und Bananeira:

Papiersäcke im Stückgut-Lager
Papier lässt sich gut noch mal verwenden, verwerten oder recyceln.

Unser Lieferant Bohlsener Mühle griff dieses Thema erst kürzlich in seinem Newsletter auf. In seinem Hauptlager spart der Großhändler seit 2009 jährlich geschätzte 70.000 Blatt Papier dadurch ein, dass die Kommissionierung papierlos erfolgt. Um Lieferungen auf Paletten zu sichern, werden diese zwar noch mit Stretch-Folie umwickelt, doch durch den Umstieg auf eine dünnere Variante kann immerhin eine beträchtliche Menge an Plastik eingespart werden. Für dieses Jahr ist außerdem die Anschaffung einer Maschine geplant, die Altpapier zu polsterndem Füllmaterial recycelt.

 

Kornkraft widmet der Müllvermeidung eine ganze Broschüre, die auch Tipps für Bioladen-Betreiber enthält. Dieser Großhändler setzt in vielen Bereichen auf Pfandsysteme wie Mehrwegkisten und befestigt die Waren auf Rollwagen mit Spanngummis statt Folie. Der Gesichtspunkt Verpackung spielt schon bei der Zusammenstellung des Sortiments eine wichtige Rolle. Außerdem wird nicht vermeidbarer Verpackungsmüll möglichst gut verwertet. Für die Zukunft plant Kornkraft, alle seine Leergut-Paletten an die Lieferanten zurückzugeben und Palettenware ohne Folie liefern zu können.

Instant-Couscous- und -Reisgerichte sowie passierte Tomaten in Pfandgläsern
Pfandgläser eignen sich nicht nur für Joghurt

 

Noch einen Schritt weiter geht unser Lieferant Bananeira. Dieser leistet mit uns Unverpackt-Läden Pionierarbeit bei der Erprobung neuer Mehrwegverpackungen. Warum nicht statt Joghurt auch mal Instant-Nudeln oder passierte Tomaten in Pfandgläser füllen? Und warum nicht auch Lebensmittel-Großgebinde statt in Tüten und Kartons mal in robusten Mehrwegbehältern liefern? Solche Fragen stellt man sich bei Bananeira – und probiert im Zweifelsfall einfach aus. Das erfordert von allen Beteiligten manches Mal Geduld, belohnt uns aber auf lange Sicht mit wertvollen Erfahrungen und Fortschritten.

 

Zum Glück kämpfen wir für unser Anliegen also nicht allein. Wenn weiterhin auf allen Ebenen mitgedacht wird, können wir so vieles schaffen!