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Der regionale Recyclingheld: Glas

Ein Beitrag von Andrea Kusel

Dezent, transparent, minimalistisch – unter anderem mit diesen Adjektiven hätte ich vor drei Jahren meinen ersten Eindruck von der Einrichtung des gerade frisch eröffneten Stückgut Ottensen beschrieben. Das war und ist zu einem guten Teil dem Material Glas zu verdanken. Nach wie vor drängen sich auf unseren Regalen Bonbongläser, Gewürzgläser, Pfandgläser, Sonnengläser, Spendengläser, Bügelgläser, Weckgläser, Glasballons, Glasflaschen, Glasstrohhalme und andere Dinge aus Glas. Auch viele unserer Kunden füllen sich ihre Lebensmittel bei uns gerne direkt in mitgebrachte Gläser ab, die sie zu Hause dann nur noch in den Küchenschrank stellen müssen. Die schlichte Eleganz und Übersichtlichkeit eines so gefüllten Vorratsschranks ist kaum zu überbieten.

Aber Glas hat neben seinem schönen Äußeren noch einige weitere Stärken: Obwohl dieses Land ja nicht gerade für seinen Reichtum an Bodenschätzen berühmt ist, kommen die für die Glasherstellung benötigten Rohstoffe auch in Deutschland in ausreichender Menge vor. Die Firma Weck etwa, deren in Bonn produzierte Gläser nicht nur bei unseren Kunden sehr beliebt sind, kann die nötigen Rohstoffe wie Sand, Soda und Kalk zu 95 % aus Deutschland und zu 85 % sogar aus einem Umkreis von 100–150 km beziehen. Auch die Rohstoffe für unsere Pfandgläser, produziert durch die Henry L. M. Walter GmbH, mussten keine allzu weite Reise auf sich nehmen.

Neue Rohstoffe sind aber nur dann nötig, wenn nicht auf Recyclingmaterial zurückgegriffen werden kann. Im Fall von Glas ist nämlich die Mülltrennung, die wir in Deutschland so fleißig betreiben, tatsächlich sehr zielführend: Ein großes Stückgut-Pfandglas besteht beispielsweise im Schnitt zu 50–60 % aus Recyclingglas. Etwa 10 % davon sind wiederum Ausschuss aus dem Produktionsbetrieb selbst, der Rest sind aufbereitete Altglasscherben. Auch Weckgläser bestehen zu einem Teil aus recyceltem Glas, wodurch die Herstellung auch weniger Energie verbraucht. Da fühlt man sich doch gleich noch einmal besser, wenn man seine leeren Flaschen nach Farben in die Container sortiert.

Natürlich gilt aber auch für Glas: Lieber drauf verzichten oder wieder benutzen als recyceln! Falls Ihr also mal Euren Gläservorrat entrümpelt, spült den Ausschuss gründlich ab, lasst ihn gut trocknen und gebt ihn bei einem von uns Stückgut-Mitarbeitern ab. Wir wiegen die Spendengläser dann aus und stellen sie den anderen Kunden zur Verfügung. Da wir nicht so viel Platz haben, bitten wir aber um Verständnis, dass wir immer nur ein paar Gläser annehmen können.