· 

Keine Besinnlichkeit ohne Besinnung

Ein Beitrag von Andrea Kusel

280 € will jeder Deutsche 2019 im Schnitt für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben. Laut einer anderen will fast jeder Fünfte sich dafür verschulden. Auch hier bei Stückgut ist das Weihnachtsgeschäft deutlich zu spüren und natürlich freuen wir uns über das rege Kundeninteresse. Andererseits sind unsere Hauptanliegen nun einmal Müllvermeidung und sparsamer Umgang mit Ressourcen. Diese Ziele beinhalten einen gesunden Minimalismus.

Beim Thema Minimalismus denken viele Menschen zuerst an leere Räume mit kahlen Wänden. Das sind aber nur äußere Merkmale, die mit einem minimalistischen Lebensstil einhergehen können. Manche Minimalisten finden Möbel unwichtig und entscheiden sich dagegen, viele aber auch nicht. Minimalismus ist kurz gesagt eine Besinnung auf das Wesentliche. Was wesentlich ist, entscheidet jeder für sich.

Leerer, weißer Raum
So kann Minimalismus aussehen. Muss er aber nicht.

Besinnung. Das Wesentliche.

Das passt doch perfekt zu der traditionellen Vorstellung der Weihnachtszeit als Zeit der Besinnlichkeit. Und ist ein krasser Kontrast zu dem Geschenkekaufrausch, der sich in den oben genannten Umfrageergebnissen ausdrückt. Viele Menschen haben bei nasskaltem Herbstwetter das Bedürfnis, es sich drinnen gemütlich zu machen und entspannte Zeiten mit ihren Lieben zu verbringen. Stattdessen hetzen wir aber auf der Jagd nach Weihnachtsgeschenken durch überfüllte Innenstädte und geben ein Heidengeld aus, das wir vielleicht nicht einmal haben. Und warum? Weil das unserer Idealvorstellung der Adventszeit entspricht? Oder eher „weil man das so macht“?

Ich plädiere dafür, sich gerade in Hinblick auf Weihnachten ganz wortwörtlich auf das Wesentliche zu besinnen. Jeder möge es sich einen Moment gemütlich machen, vielleicht einen leckeren Tee trinken oder eine Kerze anzünden, dreimal tief durchatmen und überlegen, was eine schöne Winter- und Weihnachtszeit für ihn ganz persönlich ausmacht. Allein, sich seiner eigenen Wunschvorstellung bewusst zu werden und zu überlegen, welche Dinge oder Handlungen dafür nötig sind und welche eher im Weg stehen, kann schon viel bewirken. Man investiert seine eigenen Ressourcen wie Zeit oder auch Geld dann einfach sorgsamer.


Handfeste Tipps

Wenn du jetzt denkst, „Besinnung aufs Wesentliche ist ja schön und gut, aber das ist mein erstes Zero-Waste-Weihnachten und ich brauche schnell ein paar Tipps, wie das geht,“ dann dürftest du hier fündig werden:

  • Die Kollegen von ZeroWaste Hamburg haben ganz viele Tipps rund um Weihnachtsdeko und Geschenke in ein knackiges Handout gepackt. Den Download-Link dazu findest du am Ende dieses Artikels.
  • Shia Su hat ebenfalls einige sehr schöne Ideen dazu auf ihrem Blog versammelt.
  • Die englischsprachigen Blogger und Podcaster „The Minimalists“ geben viele gute Ratschläge für angehende Minimalisten. Unter anderem den, dass man seine Familie besser nicht direkt unter dem Weihnachtsbaum mit einem absoluten Geschenkeverbot vor den Kopf stoßen sollte. Kurz nach dem Fest ist dagegen ein viel besserer Zeitpunkt, gemeinsam Regeln für die nächsten Weihnachten (oder Geschenke allgemein) auszudiskutieren.

Wie auch immer dein Weihnachten aussieht – ob mit vielen, wenigen oder gar keinen Geschenken, ob wild oder ganz ruhig – wir von Stückgut wünschen dir dabei viel Freude und Genuss!

 

Download
Tipps für Zero-Waste-Weihnachten
ZERO WASTE durch die Weihnachtszeit_Hand
Adobe Acrobat Dokument 124.7 KB